Neue Bildung und neue Schule im neuen Europa

Internationale Konferenz

"Neue Bildung und neue Schule im neuen Europa" - das Jahr 1918 und die Reform der Bildung und Erziehung in der Zwischenkriegszeit

Unter der Schirmherrschaft des Ministeriums für Bildung, Jugend und Sport der Tschechischen Republik 

Prag 20. - 21. September 2018

Die internationale Konferenz wird vom Nationalen Pädagogischen Museum und Bibliothek  J. A. Comenius in Partnerschaft mit der Technischen Universität Liberec und in Zusammenarbeit mit der Pädagogischen Hochschule Zürich veranstaltet

Mit dem Ersten Weltkrieg waren viele Erwartungen im politischen wie im soziokulturellen Bereich verbunden. Die allenthalben empfundene Krise der Kultur, der Gesellschaft und der Erziehung sollte im Horizont einer lichten Zukunft überwunden werden. Vielfältige sozialreformerische Bemühungen um eine "neue Gesellschaft"  waren bereits an der Wende des 19. zum 20. Jahrhunderts bekannt, wobei der Erste Weltkrieg gerade mit der Hoffnung auf „das Ende der alten Welt“ und mit der Hoffnung auf „die Geburt der neuen Ordnung“ verknüpft wurde.

Seit dem letzten Drittel des 19. Jahrhunderts hatte sich die reformpädagogische Debatte intensiviert. Ihr Ziel bestand darin, die "alte Schule und Erziehung" grundlegend zu reformieren. Dabei waren die "Rezepte" einer neuen Erziehung äußerst unterschiedlich. Sie waren einerseits durch verschiedene reformpädagogische Konzepte der  Schülerpersönlichkeit, andererseits durch weiterreichende sozialpolitische Vorstellungen der Reformpädagogen bedingt. So bewegten sich die reformpädagogischen Konzepte in einem weiten Spektrum von linksorientierten sozialistischen, konservativ-christlichen und konservativ-nationalen Projekten bis zu nationalistischen, völkischen und spiritualistisch geschlossenen Projekten. Das belebte zwar insgesamt die lebensreformerische und reformpädagogische Debatte, zeigt aber auch ihre funktionale Instrumentalisierung für gesellschaftlich-politische Ziele.

Das Jahr 1918 bedeutete nicht nur für Mitteleuropa, sondern auch für die europäische und weltweite Situation eine "Umschreibung" der politischen Landkarte und der sozialpolitischen Ordnung. Das brachte auch viele soziale und kulturelle Veränderungen mit sich. Die Nachfolgestaaten suchten oft nach neuen Bildungsmodellen, wobei sie auch die Macht ihrer bisherigen Bildungstraditionen nicht außer Acht lassen konnten. Die Nachkriegssituation brachte nicht nur neue politische und geographische Grenzen, sondern auch neue Grenzen in der Diskussion über die Erziehungs- und Bildungsziele in den jeweiligen Staaten und Regionen, die national, kulturell oder religiös sehr heterogen blieben. Das erleichterte den Weg zum Ziel einer neuen, demokratischen, sozial gerechten Ordnung keineswegs. 

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Datum zastarání: 
220 918
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